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Wirtschaftliche Stärkung

Als die Schule endete, begann die Hühnerzucht

Weil das Geld für die Schulgebühren fehlte, musste Awezi Juma die Schule abbrechen. Statt auf eine Chance zu warten, schuf er sich selbst eine: mit drei Hühnern.

Rego, Distrikt Koboko, Uganda November 2026
Awezi Juma hält lachend zwei Hühner im Arm
Awezi Juma mit zwei seiner Hühner. Foto: ForAfrika / Allan Kauta

Heute ist Awezi Juma 29 Jahre alt, Vater von zwei Kindern und lebt im Dorf Rego im Norden Ugandas. Aus drei Hühnern ist ein kleines Geschäft geworden, das seine ganze Familie mitträgt.

Ein kleiner Anfang

Wie viele junge Menschen in seiner Gemeinde hatte Juma nach dem Schulabbruch kaum Perspektiven. Er fing klein an, mit einem Hahn und zwei Hennen. Mit der Zeit wuchs seine Schar auf 15 und später auf 46 Tiere.

Doch weiter zu wachsen war schwierig. An Entschlossenheit fehlte es ihm nicht, wohl aber am Fachwissen und an den Mitteln, um aus der Hühnerhaltung ein tragfähiges Geschäft zu machen.

Die richtige Unterstützung

ForAfrika erkannte in Juma einen jungen Unternehmer, der bereits selbst die Initiative ergriffen hatte und nur noch die richtige Unterstützung brauchte. Mit Unterstützung des Welternährungsprogramms (WFP) und der Mastercard Foundation bildete ForAfrika ihn in der Geflügelhaltung aus: Fütterung, Krankheitsvorbeugung, Impfungen und die Pflege der Tiere.

Regelmässige Besuche und Mentoring halfen ihm, das Gelernte umzusetzen. Dazu erhielt er ein Starterpaket im Wert von rund 250 US-Dollar: 55 einen Monat alte Küken, Futtertröge, Tränken, Futter und Impfstoffe.

Jumas Weg in Zahlen

3

Hühner hatte Juma am Anfang

55

Küken erhielt er im Starterpaket

650 $

hat er bisher mit Hühnern und Eiern verdient

300

Tiere sind sein nächstes Ziel

Beträge umgerechnet aus Uganda-Schilling, gerundet.

Aus Gewinn wird neue Investition

Die Ergebnisse machten Mut. In der ersten Runde verlor Juma nur acht Küken und zog in fünf bis sechs Monaten 47 Hühner gross. Jedes verkaufte er für umgerechnet rund 7.50 US-Dollar. Bessere Fütterung, Impfungen und eine sorgfältige Haltung hielten die Verluste tief.

Ermutigt durch den Erfolg investierte er erneut. In der zweiten Runde kaufte er 45 Hühner, verlor fünf und verkaufte 40. Danach steckte er sein Geld in weitere 40 Tiere. Sie sind inzwischen fast verkaufsbereit, und Juma rechnet mit einem noch besseren Preis.

Auch die Eier bringen ihm zusätzliches Einkommen. Insgesamt hat Juma mit Hühnern und Eiern bisher rund 650 US-Dollar verdient. Dass bei ihm so wenige Tiere sterben, gibt ihm Selbstvertrauen: Sein neues Wissen macht einen spürbaren Unterschied.

Awezi Juma auf seinem Hof, umgeben von seinen Hühnern
Auf seinem Hof in Rego hält Juma seine Hühner. Foto: ForAfrika / Allan Kauta

«Ich sehe, dass sich meine Investition lohnt. Darum stecke ich weiter Geld in dieses Geschäft.»

Awezi Juma

Mehr als ein Einkommen

Das regelmässige Einkommen hilft Juma heute, seine Familie zu versorgen, einen Teil der Schulgebühren seiner Geschwister zu bezahlen und seine betagten Eltern zu unterstützen, die selbst nicht mehr für sich sorgen können. Was als Versuch begann, über die Runden zu kommen, wird Schritt für Schritt zu einer verlässlichen Lebensgrundlage.

Jumas Weg ermutigt auch andere junge Menschen in seiner Gemeinde. Gerade jene, die die Schule nicht abschliessen konnten, sehen an ihm: Mit Entschlossenheit, praktischem Können, harter Arbeit und der richtigen Unterstützung lässt sich etwas aufbauen.

Das nächste Ziel: 300 Hühner

Juma will weiter wachsen. Er plant, seine Schar auf mindestens 300 Tiere zu vergrössern und einen besseren Hühnerstall zu bauen. Mit Zugang zu Mitteln und Märkten soll aus seiner Hühnerzucht ein nachhaltiger Landwirtschaftsbetrieb werden, der seine Familie trägt und auch anderen Arbeit gibt.

«Ich bin ForAfrika und dem WFP dankbar. Ihre Unterstützung hat mein Leben verändert: Ich kämpfe nicht mehr nur ums Überleben, sondern stehe wirtschaftlich auf eigenen Füssen. Ich wünsche mir, dass mehr junge Menschen in meiner Gemeinde diese Chance bekommen.»

Awezi Juma

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