Terroranschläge im Norden Mosambiks

Die Situation im Detail:

Seit Oktober 2017 gibt es immer wieder gewaltsame Übergriffe in Cabo Delgado, einer rohstoffreichen Gegend (massive Öl- und Gasvorkommen) im Norden Mosambiks.

Die Milizen werden den Jihadisten zugeordnet, doch die Überprüfung von Informationen aus Cabo Delgado ist überaus schwierig. Journalisten und Menschenrechtsorganisationen haben wenig oder keinen Zugang zu dem abgelegenen Gebiet. Lange Zeit hatte die mosambikanische Regierung darauf bestanden, dass die Menschen trotz der wiederholten Angriffe in ihren Dörfern bleiben sollten. Erst vor kurzem erkannte die Regierung die Anschläge von Cabo Delgado als einen Krieg terroristischer Natur an.

Die letzten Angriffe, vor allem im Oktober 2020 und März 2021 führten jeweils zu noch nie dagewesenen Flüchtlingswellen in sicherere Gebiete weiter südlich. Die meisten Vertriebenen sind Frauen und Kinder. Sie kommen mit dem Bus, zu Fuss oder mit dem Boot an, viele von ihnen hungrig, dehydriert und gesundheitlich angeschlagen. Viele der Kinder kommen ohne Begleitung. Da es keine Unterkünfte gibt, sind sie schutzlos. Fälle von sexueller Ausbeutung von Frauen und Mädchen häufen sich.

Zusammenfassung:

  • Bewaffnete Angriffe von terroristischen Gruppierungen in der Provinz Cabo Delgado haben zu einem massiven Anstieg von Vertriebenen in Mosambik geführt.
  • Bis Jahresende 2020 sind über 530 000 Menschen vor der Gewalt geflohen und mussten ihre Häuser und ihre Lebensgrundlage zurücklassen. 
  • ForAfrika ist vor Ort und arbeitet u.a. mit UNICEF zusammen.
  • Finanzielle Unterstützung für Nahrung, Wasser, Zelte und Hilfsgüter dringend benötigt.

ForAfrika hilft aktuell mit den folgenden Massnahmen:

  • Nahrungsmittelnothilfe 
  • Wasser-, Sanitär- und Gesundheitsversorgung
  • Hilfsgüter (z.B. Decken, Seife, Moskitonetze) 
  • Notunterkünfte

ForAfrika war bisher vor allem im Süden Mosambiks tätig. Angesichts der grossen Not in Cabo Delgado sind wir jedoch dabei, unsere Kapazitäten auszuweiten, um den Geflüchteten im Norden helfen zu können. Denn die täglich eintreffenden Hilfesuchenden übersteigen die Möglichkeiten der vor Ort tätigen Hilfsorganisationen bei weitem, was diese wachsende humanitäre Krise zusätzlich verschärft. Die Vorsichtsmassnahmen im Hinblick auf COVID-19 können kaum eingehalten werden. Neben den fehlenden Unterkünften gibt es zu wenig sauberes zugängliches Wasser und keine sanitären Einrichtungen.

Unsere Hilfe im Detail

Das Nothilfeteam von ForAfrika ist in Montepuez, im Süden der Provinz Cabo Delgado, stationiert, wo sich viele Flüchtlinge in Sicherheit gebracht haben. In Zusammenarbeit mit UNICEF besteht bereits eine Partnerschaft für den Bereich Wasser, Sanitär und Hygiene. Die ersten Brunnen sind bereits gebohrt. Viele weitere müssen in den nächsten Wochen dazu kommen. Trotz dieser Partnerschaft bleiben Hunderttausende von Menschen ohne Hilfe. Aus diesem Grund wendet sich ForAfrika an alle Spenderinnen und Unterstützer.

Aktuell werden dringend Mittel gebraucht für:

Notunterkünfte:
Verteilung von Material zum Bau von Unterkünften, damit die Vertriebenen in den Umsiedlungsgebieten in der Lage sind, sich selbst semi-permanente Unterkünfte zu bauen. Eine Unterkunft von ca. 20m2 besteht jeweils aus Zinkblechen und Holzbalken, die mit lokalen Materialien ummauert werden. ForAfrika schult die Begünstigten in der Konstruktion dieser Unterkünfte.

Sach- und Hilfsgüter, wie z.B.:

  • Decken 
  • Moskitonetze 
  • Wassercontainer
  • Kochutensilien (Sets mit Pfannen, Tellern, Bechern, Besteck) 
  • «Dignity Kits» mit Unterwäsche, Zahnbürsten, Kleiderwaschmittel, Taschenlampen und ähnlichem 
  • Menstruationshygieneprodukte

Die Kosten für Notunterkünfte und Hilfsgüter betragen pro Familie rund CHF 250.- (ca. CHF 50 pro Person)

Wir zählen auf Ihre Hilfe, damit wir die bisherigen Anstrengungen verdoppeln können.

Aktuelle Wohnsituation vieler Vertriebener

Semi-perm. Unterkünfte aus lokalen Materialien im Aufbau

Semi-permanente Unterkünfte aus lokalen Materialien

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